Erprobungsstufenkonzept

 

 

Konzept der Erprobungsstufe an der Marienschule Münster

>>>Das Konzept der Erprobungsstufe als pdf-Datei zum Ausdrucken

Der Erprobungsstufe, die die Klassen 5 und 6 umfasst, kommt eine besondere pädagogische Bedeutung zu. Erfahrungen und Fertigkeiten aus der Grundschule werden zunächst übernommen, dann aber vertieft, ergänzt oder auch revidiert und neu geprägt. Um eine kontinuierliche Entwicklung zu ermöglichen, gehen sie von der Klasse 5 in die Klasse 6 ohne Versetzung über.

Unser Konzept in der Erprobungsstufe sieht vor, die Schülerinnen allmählich mit den Anforderungen und Methoden des Gymnasiums vertraut zu machen, damit die Mädchen sich von Anfang an auf unserer Schule wohlfühlen. Sie erleben, dass Lernen Spaß macht, dass wir ihre Aktivitäten, Begabungen und auch ihre Kreativität begrüßen. Auf der Grundlage des Zertifikats „Gütesiegel für Individuelle Förderung“ wollen wir neben den geltenden Richtlinien für die einzelnen Fächer eines Gymnasiums zu den Schülerinnen aus verschiedenen Perspektiven Brücken schlagen.

Fußballturnier während der Frauen-WM


 1. Wohlfühlen schon im Vorfeld

Bevor die potenziellen Schülerinnen auf die Marienschule gehen, sollen sie die Schule, die Lehrerinnen, Lehrer und ihre neuen Mitschülerinnen bereits kennenlernen, damit sie frühzeitig Vertrauen fassen. Es soll ihnen Halt und Orientierung geboten werden, die sie benötigen, um sich in ihrer neuen Umgebung wohl zu fühlen. Als einzige Mädchenschule in der Umgebung hat die Marienschule einen großen Einzugsbereich. Oftmals kommen Mädchen auch allein von einer Grundschule zur Marienschule, sodass der Integrationsbedarf für diese Kinder besonders hoch ist.

Alle potenziellen Schülerinnen sollen:

  • am „Tag der offenen Tür“ die Schule kennenlernen.
  • beim Anmeldegespräch mit der Schulleitung oder der Erprobungsstufenleiterin dabei sein.
  • sich zum Schnupperunterricht auf Wunsch nach der Anmeldung.
  • Wünsche angeben, die bei der Klassenzusammensetzung berücksichtigt werden sollen.
  • zum Sommerfest kommen, zu dem die Klassen 5 einladen: Malwettbewerb und Steckbriefaufforderung für den 1. Schultag, Kennenlernen der neuen Klassenlehrerteams und der neuen Mitschülerinnen.

Sommerfest


2.
Sanfter Übergang von der Grundschule zum Gymnasium

Die Sextanerinnen sollen den Übergang mit Freude und voller Zuversicht erleben, damit sie sich schneller auf die Umstellung und die neuen Anforderungen einstellen können. Unser Übergangskonzept sieht eine sanfte Eingewöhnungsphase vor, um mit Kopf, Herz und Hand zu lernen und sich zu orientieren:

  • Mit einer gemeinsamen Messe mit der Klassenstufe 6, die den Gottesdienst vorbereitet haben, beginnt der 1. Schultag.
  • Ein Spalier, das von allen Schülerinnen der Marienschule gebildet wird, begleitet die neuen Schülerinnen mit ihren Eltern in die Aula. Dort erhalten alle eine Sextanerinnenzeitung mit den wichtigsten Informationen über die Schule und das Schulleben. Anschließend bekommen die Schülerinnen in der Klasse ihren Stundenplan, ihre Fahrkarten und vieles mehr.
  • Der 2. Schultag ist ein Klassenlehrerteamtag. Der Einsatz möglichst weniger Fachlehrkräfte, die möglichst viele Stunden unterrichten, erleichtert den neuen Schülerinnen die Umstellung auf das FachlehrerInnenprinzip. Jede Klasse wird von einem Klassenlehrerteam geleitet.
  • Die erste Klassengestaltung erfolgt mit den Steckbriefen der Schülerinnen.
  • Klassenpatinnen aus der Jahrgangsstufe 9 helfen den neuen Schülerinnen, sich in der Schule schnell zu Recht zu finden.
  • Das Klassenlehrerteam, die Schülerinnen und Eltern feiern und gestalten Klassenfeste, Adventsfeiern oder Spiele-Nachmittage. Kleine Theateraufführungen (deutsch oder englisch) in der Studiobühne runden gemeinsame Aktionen ab.


Infos – Tipps – Rätsel für die Klassenstufe 5

Marienschule Münster

Bischöfliches Mädchengymnasium

2011

 

3. Förderung der Selbstständigkeit durch Erweiterung der Methoden- und der Medienkompetenz

 

Die Schule will den Schülerinnen ein fundiertes Sachwissen vermitteln. Neben der Aneignung von Kenntnissen und der Vernetzung von Wissen, werden sowohl die Methoden- und Medienkompetenz erweitert und die Selbstständigkeit der Schülerinnen gefördert. Persönliche Autonomie, Handlungskompetenz und Kreativitätsförderung sind zentrale Ziele des pädagogischen Handelns, denn gerade in unserer Zeit sollen Schülerinnen lernen, ihr Grundwissen ständig weiter zu entwickeln und Neues zu erobern. Mit Frei-, Wochenplan- und Projektarbeit, mit Stationenlernen und kooperativen Lernformen wird den Schülerinnen ein Freiraum selbst bestimmenden Lernens angeboten:

  • Je an einem Tag in den Klassenstufen 5 und 6 erlernen die Schülerinnen in fachlichen
    Kontexten in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch Methoden und Strategien
    an einem fächerübergreifenden Thema.
  • In den Bereich der Lernorganisation werden die Schülerinnen im Politikunterricht eingeführt.
  • In die Medienarbeit werden die Schülerinnen sowohl während des Unterrichts eingeführt als auch im Tastschreibkurs im 13 plus-Programm. Gut ausgestattete Computerräume und die Bibliothek in der Marienschule bieten vielfältige Möglichkeiten.
  • Individuelles Fördern des Lernvorgangs während selbstgesteuerter freier Arbeitsphasen oder während der Projektarbeit fordert die Schülerinnen zur Reflexion und zum Einsatz methodischer Fertigkeiten und Strategien auf. Im Selbstlernzentrum gibt es Möglichkeiten, in Ruhe zu lernen.

 

Computerraum


4.
Entwicklung der Persönlichkeit durch Stärkung der Sozial- und Selbstkompetenz

Die Schule hat die zunehmende Aufgabe, die sozialen und selbststeuernden Fähigkeiten der Schülerinnen zu entwickeln und zu stärken. Wir wollen jungen Menschen helfen, Konfliktsituationen in ihrem Alltag ohne Angst zu begegnen und für Probleme, die entstehen, Lösungen zu finden. In der Orientierungsstunde in der Klassenstufe 5 gibt es, wie auch in den einzelnen Fächern, genügend Möglichkeiten, in unterschiedlichen Sozialformen eine angemessene Gesprächskultur und Konfliktlösestrategien zu entwickeln.

Die eigenen Gefühle wahr und ernst zu nehmen, auch im Umgang mit belastenden Situationen, ist ein wichtiges Thema schon in dieser Altersstufe. Das „Lions Quest-Programm“ unterstützt das Klassenlehrerteam bei der Integration der Schülerinnen in die Klasse und bei der Lösung von Konfliktsituationen in den verschiedensten Bereichen.

Sich gegenseitig wertzuschätzen, sich mit Respekt zu begegnen, sich fair und tolerant auseinander zu setzen und sich gerecht und gewaltfrei zu verhalten, fördert das soziale Klima in der Klasse im besonderen Maße. Einen besonderen Beitrag zur Stärkung der Persönlichkeit im sozialen Bereich hat die Einführung unseres 13plus-Programms am Nachmittag gebracht. Durch die Alters- und Klassenmischung in den einzelnen Kursen wird das Klima in der gesamten Schule als angenehm empfunden.

Bei besonderen Beratungsanlässen in diesem Bereich können speziell ausgebildete Beratungslehrerinnen und unsere Schulseelsorgerin Hilfe leisten.

HipHop-Aufführung im 13 plus-Programm

 

5. Individuelle Lernförderung zwischen Fordern und Fördern nach Beratung

Erfolgreiches Lernen kann nur dann gelingen, wenn Schülerinnen Leistungsbereitschaft zeigen, die durch ihre Motivation und ein gutes Selbstmanagement unterstützt wird. Um der Verschiedenheit der Schülerinnen Rechnung zu tragen, ist ein differenzierender Unterricht erforderlich, der den Spielraum zwischen Fördern und Fördern wahrnimmt. Dort, wo Stärken erkannt werden, müssen diese herausgefordert werden, und es müssen Hilfen angeboten werden, wenn Schwierigkeiten behoben werden müssen:

  • Die Schülerinnen entscheiden sich zwischen dem Bi-Zweig und dem R+-Zweig.
  • Die Schülerinnen entscheiden sich für die MusikPraxis: Bläser- oder Chorgruppe.
  • Begabte Schülerinnen werden im Unterricht besonders gefördert.
  • Einzelberatung für besonders Begabte werden durch Frau Westphal (‚Specialist in Gifted Education’, ECHA-Diplom) durchgeführt.
  • Wir fördern die Teilnahme an regionalen und überregionalen Wettbewerben.
  • Die Schülerinnen können im Rahmen des Drehtürmodells zwei Fremdsprachen (Französisch und Latein) gleichzeitig ab der Klasse 6 erlernen.
  • Wir kooperieren mit der Universität im Fachbereich Mathematik in dem Projekt: „Mathe für kleine Asse“.
  • Die Rechtschreibung wird zusätzlich in der Klasse 5 gefördert.
  • Sprecherziehung wird in der Klassenstufe 5 angeboten.
  • Wir bieten tägliche Hausaufgabenbetreuung im Rahmen des 13 plus-Programms an.
  • Im Tutorinnen-Programm unterstützen ältere Schülerinnen jüngere Schülerinnen im Falle eines kurzfristigen Leistungsabfalls.
  • Es gibt Förder- und Forderstunden in einzelnen Hauptfächern, die klassenintern oder –extern durchgeführt werden.
  • Das 13 plus-Programm bietet vielfältige Möglichkeiten im außerunterrichtlichen Bereich an, um Interessen und Neigungen der Schülerinnen zu fördern.
  • Als theaterbetonte Schule bieten wir in allen Stufen Theaterprojekte an.

„Flurtheater“ beim Sprachenfest

 

6. Klassenübergreifende Aktionen

Eine besondere Herausforderung für alle Lehrerinnen und Lehrer ist ihr Beitrag zu einer guten Schulatmosphäre. In diesem Zusammenhang sind insbesondere klassenübergreifende Aktionen zu sehen, die die Teamfähigkeit stärken und die Schulkultur prägen:

  • Klassenfahrt der Klassen 5 oder 6 nach Damme an den Dümmer See
  • 13 plus-Programm
  • Auftritte bei Veranstaltungen wie am „Tag der offenen Tür“, am „Sommerfest“, am
    1. Schultag
  • Veranstaltungen mitgestalten durch Auftritte der MusikPraxis-Klassen (Bläser oder Chor)
  • ‚Aktive Pause’ mit vielen Spielgeräten
  • Gemeinsames Adventssingen
  • Lesenächte in der Bibliothek/Gymnastikhalle
  • Geschichtenwettbewerb in Klassenstufe 5: „Biblio-Jo“ entdeckt die Welt
  • Karneval und Haloween feiern
  • Gottesdienste feiern
  • Information zur Sprachenwahl der 2. Fremdsprache mit Schnuppern in den angebotenen Sprachen und Erläuterungen zu Erweiterungsprojekten

Segelbootsfahrt auf dem Dümmer See


7.
Elternbeteiligung

Der entscheidende Grundstein zur Beteiligung der Eltern am Erziehungsprozess in der Schule wird in der Erprobungsstufe gelegt. Eine gute Zusammenarbeit erleichtert sowohl den Erziehungsprozess zuhause als auch den der Lehrerinnen und Lehrer in der Schule. Sich gegenseitig zu unterstützen und wertzuschätzen, begünstigt das Klima an der Marienschule ohne Zweifel durch die Teilnahme von Eltern an Informations- und Integrationsveranstaltungen, Gesprächsangeboten, Beteiligung am Schulentwicklungsprozessen und durch die Mitwirkung in verschiedenen Gremien:

  • Klassenfeste, Schulfeste, Sprachenfest mitfeiern
  • Sommerfest in Klasse 5 unterstützen
  • Veranstaltungen über die Schullaufbahn besuchen
  • Thematische Informationsangebote nutzen
  • Gesprächsangebote hinsichtlich der individuellen Förderung des einzelnen Kindes nutzen
  • Mitarbeit in den verschiedenen Schulgremien anstreben
  • Stammtische organisieren

 

Sprachenfest


8.
Zusammenarbeit mit den Grundschulen

In der Erprobungsstufe des Gymnasiums wird die Entwicklung der Schülerinnen besonders beobachtet und in Erprobungsstufenkonferenzen zusätzlich zu den Zeugniskonferenzen besprochen. Es ist Tradition an der Marienschule, die Grundschullehrerinnen und -lehrer zu einer Erprobungsstufenkonferenz einzuladen, um zusätzliche Eindrücke von einer Schülerin zu erhalten.

In der Erprobungsstufe wird großen Wert darauf gelegt, die Methodenkompetenz, die die Schülerinnen in der Grundschule erworben haben, auszubauen und zu ergänzen.

Desweiteren wird die Zusammenarbeit mit einzelnen Grundschulen durch die Teilnahme von Lehrerinnen und Lehrern der Marienschule an angebotenen Unterrichtsveranstaltungen von Grundschulen oder Informationsveranstaltungen in der Grundschule gepflegt.

In den Erprobungsstufenleiter-Tagungen der bischöflichen Schulen werden u.a. Themen, die im Zusammenhang mit der Grundschularbeit stehen, präsentiert und diskutiert wie z.B.: „Kooperative und schüleraktive Arbeitsformen in der Grundschule“ oder „Grundschultypische Lehrmethoden“ oder das Förderkonzept einer Grundschule.