Im Religionsunterricht der Klasse 9 durften wir einen besonderen Gast begrüßen: Frau Pelikan von der jüdische Gemeinde Münster besuchte uns, um aus erster Hand über den jüdischen Glauben, seine Traditionen und Feste zu berichten. Der persönliche Austausch bot spannende Einblicke in die Religion, über die wir zuvor bereits im Unterricht gesprochen hatten. Besonders war für uns, dass Frau Pelikan viele religiöse Geräte und Gegenstände mitbrachte, die sie uns erklärte. Außerdem durften wir Schabbat-Brote und verschiedene Früchte probieren, die bei Festen gegessen werden.
Zu Beginn wurden zentrale Symbole des Judentums vorgestellt. Die Menora, der siebenarmige Leuchter, ist eines der ältesten religiösen Symbole des Judentums und steht für das Licht Gottes. Ein weiteres wichtiges Zeichen ist der Davidstern. Er besteht aus zwei miteinander verwobenen Dreiecken. Diese symbolisieren die Verbindung zwischen Gott und den Menschen. Sehr anschaulich erklärte Frau Pelikan verschiedene religiöse Kleidungsstücke und Gegenstände, z.B. die Kippa, die kleine Kopfbedeckung ist ein Zeichen der Demut und des Respekts vor Gott, den Gebetsmantel oder -schal (Tallit) mit besonderen Schaufäden (Zizit). Die Wicklungen und Knoten der Fäden ergeben den Zahlenwert 613 – so viele Gebote und Verbote gibt es im Judentum. Oder auch die Teffelin: Gebetsriemen mit kleinen Kapseln, die beim Gebet an der Stirn und am linken Oberarm getragen werden. Außerdem lernten wir die Mesusa kennen. Sie hängt am rechten Türrahmen eines jüdischen Hauses und ist leicht schräg angebracht. Beim Vorbeigehen berührt man sie oft und verneigt sich damit symbolisch vor Gott.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Schabbat, der jüdische Ruhetag. Frau Pelikan erklärte uns den Ablauf vom Freitagabend bis Samstagabend. Besonders anschaulich war die Vorstellung verschiedener Gegenstände: Der Schabbat-Leuchter, mit denen der Ruhetag feierlich begonnen wird und eine Besamim-Dose mit wohlriechenden Kräutern. Ihr Duft soll helfen, nach dem Ende des Schabbats Kraft für die kommende Woche zu tanken.
Zum Abschluss sprachen wir über die hohen Feiertage im Judentum vor, darunter: Rosch ha-Schana (Neujahrsfest), Jom Kippur (Versöhnungstag), Sukkot (Laubhüttenfest), Chanukka (Lichterfest), Purim, Pessach, Schawuot. Wir erfuhren, welche Bedeutung diese Feste haben und wie sie gefeiert werden.
Der Besuch von Frau Pelikan war für unsere Klasse eine große Bereicherung. Durch ihre persönlichen Erklärungen, die mitgebrachten Gegenstände und die Möglichkeit, Fragen zu stellen, wurde das Judentum für uns lebendig und greifbar. Wir bedanken uns herzlich für diesen interessanten und lehrreichen Vormittag.

